CEGO
und seine Geschichte
Im Schwarzwald
ist die Meinung weit verbreitet, dass Badische Soldaten "Cego"
von einem Krieg aus Spanien mitgebracht haben. Im ersten Moment scheint
diese Theorie abwegig, da es in Spanien die, für Cego typischen
Karten nie gab. Die Cegokarten ähneln mehr den Tarock- oder Tarotkarten,
die in Italien, Frankreich und Österreich verbreitet sind.
Gerold Blümle
aus Schopfheim, der sich lange Jahre auch wissenschaftlich mit Cego
beschäftigte, hat
für die Entstehung des Cego-Spiels eine plausible Erklärung.
Er geht von einer Vermischung zweier sehr unterschiedlicher Kartenspiele
aus.
Um die Entstehung des Spieles zu verstehen, müssen wir zunächst
einen kurzen Exkurs in die Badische Geschichte machen:
Als
Napoleon 1808 gegen Spanien kämpfte, hatte er Unterstützung
vom Badischen Großherzog, der Napoleon zwei Batalione Soldaten
für diesen Krieg zu Verfügung stellte. Darunter waren auch
Südschwarzwälder Truppenteile, die wenige Jahre zuvor noch
Vorderösterreicher waren. Österreich verlor
den Krieg 1803 bei Austerlitz gegen Napoleon. Damit ging Vorderösterreich
an Baden über, da der Großherzog von Baden ein Vasall Napoleons
war.
Also: Die Südschwarzwälder als ehemaligen Vorderösterreicher,
die noch leidenschaftliche Tarockspieler waren, mussten als neue Badener
mit Napoleon gegen Spanien kämpen. Ihre
Tarock-Karten nahmen sie nach Spanien mit. Dort lernten sie ein spanisches
Kartenspiel mit Name "L´Hombre" kennen. Ein Spiel, das
sich im 18. und 19. Jahrhundert über ganz Europa verbreitete.
Eigenart
dieses Spieles war es,
mit unbekannten Karten zu spielen, die man im Laufe des Spieles vom
Tisch aufnahm! Man spielte also blind. Eine Spielform, die bislang beim
Tarock unbekannt war. Auf Spanisch heißt blind "ciego",
auf portugiesisch heißt blind "cego" . Die Schwarzwälder
versuchten nun dieses Spiel mit den Tarockkarten zu spielen. ... Und...
es hat geklappt! Sie hatten wärend Ihrer Kriegsgefangenschafft
auf Mallorca und Ibiza wohl ausreichend Zeit, die Regeln auf die Tarockkarten
umzumünzen, auszufeilen und zu verfeinern.
Wolfgang
Mayr und Georg Sedlazek, die Autoren des "Großen Tarock-Buches"
gehen von einer ähnliche Entstehungsgeschichte aus. Allerdings
sind Sie der Meinung, dass das Spiel bereits 100 Jahre früher -beim
Spanischen Erbfolgekrieg- entstanden ist. Diese Theorie scheint ebenfalls
plausiebel, allerdings sprechen überzeugende Fakten dagegen. Wäre
diese Theorie tatsächlich richtig, ist die nebenstehende Verbreitungskarte
nur sehr schwer zu erklären. Sie dokomentiert, dass um 1935 in
ganz Baden Cego gespielt wurde! Nicht nur in ehemals Vorderösterreichischen
Gebieten! Damit dürfte die Theorie von Blümle belegt sein!!
Viele weiter
spannende Details sind demnächst in einer Veröffentlichung
von Gernold Blümle in der "Badischen Heimat" nachzulesen!